Gemeinschaft braucht Räume

Pergola als neuer Treffpunkt im Innenhof

„Die größte Herausforderung bei der Gründung von Wohnprojekten ist neben der Gruppendynamik und der Finanzierung die Planung der Gemeinschaftsräume und -flächen. Interessant ist, wie Gemeinschaftsflächen so geplant werden, dass sie Kommunikation optimal anregen. Gemeinschaftsräume sollten als kommunikative Mitte das Zentrum des Hauses und der Gemeinschaft bilden. Außenflächen können zu Aufenthalts- und Begegnungsorten aufgewertet werden…“

Die oben zitierten Sätze entstammen dem konzeptionellen Grundgerüst für Projekte des Gemeinschaftlichen Wohnens. Sie formulieren das Ideal, das in manchen Wohnprojekten vielleicht realisiert worden ist: Gemeinschaft braucht Räume.  Beim LebensAlter sind wir dabei, das Angebot an Gemeinschafts- und Begegnungsorten über unseren Gemein-schaftsraum hinaus zu erweitern. Unsere beiden Abteilungen „Garten der Vielfalt“ und „Repaircafé  Mainspitze“ sind auch unter diesem Gesichtspunkt als Bereicherung zu verstehen. Sie ermöglichen Begegnungen außerhalb der vier Wände des Wohnprojektes und mit Menschen, die nicht zur Wohngruppe gehören.

Einen weiteren „dritten Ort“ gibt es seit dem vergangenen Frühjahr: in unserem Innenhof haben wir eine Pergola errichtet, deren Sonnensegel im Sommer einen schattigen Sitz-platz bietet. Unser Innenhof ist Teil einer großen rechteckigen Grünfläche, die von den Häuserzeilen an Immanuel Kant-, Goethe-, Schiller- und Mainzer Straße umschlossen wird. Architektonische Besonderheit: alle Hauseingänge befinden sich im Innenraum, nicht an der Straßenseite. Ganz offensichtlich wollten die Stadtplaner, die dieses Quartier in den frühen 1950er Jahren gebaut haben,  Begegnung und Kommunikation anregen und för-dern. In den Jahren nach dem Krieg war Gemeinsinn angesagt, nicht Abschottung. Mit unserer Pergola verstärken wir den Begegnungscharakter unseres Innenhofes. Immer wieder wird er ja von Fußgängern durchquert, die aus Richtung Goethestraße zum Bürger-büro, zu den Bushaltestellen und Geschäften am Friedrich Ebert-Platz oder zur katholi-schen Kirche unterwegs sind. Jetzt ist unser Innenhof nicht mehr nur Durchgang, sondern lädt auch zum Verweilen ein.



Beteiligt am Bau der Pergola waren übrigens unsere iranischen Freunde – die sich auch schon im Garten der Vielfalt und im Reparicafé engagieren. Und beim Einweihungsfest trug eine kurdische Familie mit leckeren Weinblattröllchen zum kulinarischen Angebot bei.
Nach wie vor werden geflüchtete Menschen von Mitgliedern des LebensAlter e.V. betreut,
so dass sie sich immer wieder in unseren Häusern aufhalten und sich bei uns zu Hause fühlen. Am neuen Treffpunkt unter der Pergola im Innenhof kommt es ganz selbstver-ständlich auch zur Begegnung mit unserer deutschen Nachbarschaft. So soll es sein!  

 

 


Drucken   E-Mail